Tinas Traum
Ein Musical: aufgeführt von Schülerinnen und Schülern der Deutschen Schule Bilbao
Im Frühjahr 2004 setzten sich vier Lehrer der Deutschen Schule Bilbao - die beiden Musiklehrer Annett und Mathias Böhm, die Deutschlehrerin Astrid Oppenhorst und die Leiterin der Theater-AG Eva Riesch-zusammen, um über die Möglichkeit zu sprechen, inwieweit es zu realisieren sei, an der Schule ein Musical aufzuführen.
Die vier Lehrer waren sich einig, dass es ein selbsterstelltes Stück sein sollte. Das Thema war schnell klar: Musik - Schulband - Mobbing. So entstand das Stück: Tinas Traum, die Geschichte eines etwa 15-jährigen Mädchens, die - da sehr schüchtern - von einer Mädchenclique gemobbt wird. Ihr Traum ist eine Karriere als Sängerin in der Schule, in der Schulband. Aber gerade die Sängerin, die am Anfang recht arrogant auftritt, ist ihre Hauptgegnerin. Auch zu Hause findet Tina wenig Unterstützung und stößt auf vermeintliches Desinteresse. Wären da nicht ihr Bruder Stefan und ihre Freundin Dani, würde ihr Leben so weiterlaufen. Aber mit Hilfe dieser Beiden entwickelt Tina ein größeres Selbstbewusstsein und hält dann auch ihrer Kontrahentin stand.
Die Jungen der Schulband finden ihrerseits heraus, dass Tina sowohl gut singen kann als auch in Ordnung ist. Monika, Tinas Gegnerin, stößt durch ihr Verhalten bei der Band auf Widerstand, und es sieht auf einmal so aus, als ob sie, der Star der Schule, nun alles verliert. Und wieder ist es Dani, die hilft. Am Ende hört Monika auf Tina zu mobben und - wie sollte es anders sein bei einem Musical - alle sind vereint. Monika und Tina singen beide in der Schulband! Deshalb auch das Abschlusslied: Das Leben ist schön!
Circa 1 1/2 Jahre dauerte es von der ersten Überlegung bis zur tatsächlichen Aufführung. Die Texte zur Musik und die Musik wurden von den beiden Musiklehrern Annett und Matthias Böhm geschrieben bzw komponiert. Annett Böhm und Astrid Oppenhorst schrieben den Text des Stückes in Zusammenarbeit mit Eva Riesch.
Und dann fing die Arbeit eigentlich erst an. Schülerinnen und Schüler wurden schnell gefunden. Von der Jahrgangsstufe 6 bis hin zu den Abiturienten waren sie interessiert, an dem Projekt teilzunehmen. Wir hatten aber auch verschiedene Schwierigkeiten zu überwinden. Nehmen wir zuerst einmal die Zeit - es gab kaum freie Stunden zum Proben. So fuhr die gesamte Mannschaft für ein langes Wochenende im Mai 2005 nach Zarrautz: das erste Mal, dass Orchester, Band, Sänger und Schauspieler zusammen probten. Und dann kamen die Sommerferien, die doch vieles wieder vergessen ließen. Also hieß es ab September: proben, proben, proben. Es wurde intensiv geprobt, auch an mehreren Samstagen.
Und es hat sich gelohnt: Am 8. November 2005 war es dann endlich soweit: Die Premiere. Vor ca 120 Zuschauern führten wir das Musical auf. Für die Schüler der Sekundarstufen wurde das Stück am darauffolgenden Mittwoch und Donnerstag noch einmal gezeigt. Als verantwortliche Lehrer ist man dann doch immer wieder erstaunt, was die Schülerinnen und Schüler am Aufführungsabend leisten. Sie spielten mit so viel Lust und Engagement, dass sie diesen Enthusiasmus auf das Publikum übertrugen. Es was für alle eine pure Freude zuzusehen und zuzuhören.
Die zwei Stunden vergingen wie im Flug, da das Musical sehr abwechslungsreich war: Orchester, Band, Rap, Tanz, Lieder, Sologitarre und Spiel. Es war nur schade, dass so wenig Eltern und Mitschüler gekommen waren, um sich das Musical anzusehen. Vielleicht werden wir es ja noch einmal an der Schule zeigen können. Es lohnt sich wirklich, selbst wenn man es schon einmal gesehen hat.
